Can facts trump unconditional trust? Evidence-based information halves the influence of physicians’ non-evidence-based cancer screening recommendations

Autorinnen/Autoren: Wagner, Gert G., Gigerenzer, G.

Erscheinungsjahr: 2017

Link: Artikel

Wissenschaftler des deutschen Harding-Zentrum für Risikokompetenz untersuchten, wie evidenzbasierte Informationen Patientinnen und Patienten helfen, sichere Entscheidungen zu treffen, auch wenn eine ergänzende persönliche Beratung unzureichend ist.

Oft entspricht die ärztliche Beratung der Patientinnen und Patienten über Krebsscreenings nicht den Guidelines einer informierten Entscheidungsfindung. Unzureichende ärztliche Aufklärung führt dazu, dass die Wirksamkeit von Krebsfrüherkennungsprogrammen in der Bevölkerung falsch eingeschätzt wird.

Bei der Studie wurden knapp 900 Personen befragt, ob sie sich für oder gegen eine bestimmte Früherkennungsuntersuchung entscheiden würden. Zuvor erhielten die Personen entweder evidenzbasierte Informationen mit absoluten Risken und der Darstellung von Vor- und Nachteilen des Screenings oder nicht evidenzbasierte Informationen mit relativen Risiken und der Darstellung nur von Vorteilen. Nachdem die Testpersonen eine Entscheidung für oder gegen das Screening getroffen hatten, wurden sie nochmals mit den Informationen eines fiktiven Arzt konfroniert. Der Arzt gab dabei eine einseitige, nicht evidenzbasierte Empfehlung ab.

Das Ergebnis der Studie: Rund ein Drittel der befragten Personen, die vorher nicht evidenzbasierte Patienteninformationen erhalten hatten, revidierten ihre ursprüngliche Entscheidung zugunsten der Empfehlung des Arztes. Diejenigen Personen, die vorab evidenzbasierte Informationen erhielten, blieben eher bei ihrer ursprünglichen Entscheidung, auch wenn diese im Widerspruch zur Arztempfehlung stand. Nur halb so viele wie in der Gruppe mit nicht evidenzbasierten Informationen änderten ihre Meinung.

13.10.2018
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