Abschlussbericht der österreichischen Gesundheitskompetenz Jugendstudie

Herausgeberinnen/Herausgeber: Röthlin, F., Pelikan J.M., Ganahl, K.
Erscheinungsjahr: 2013

Diese Studie schließt an den European Health Literacy Survey (HLS-EU) an, indem das dort entwickelte Instrument zur Messung von Gesundheitskompetenz auf 15-jährige Jugendliche angewandt wird. Die gewonnenen Daten bieten Informationen, die für gesundheitspolitische Entscheidungen genutzt werden können.

 

Die Jugendstudie nutzt die Kurzform des Erhebungsinstruments der European Health Literacy Survey (HLS-EU) und wendet es in der Befragung von in Österreich
wohnhaften  15-jährigen Jugendlichen an.

Mit der Jugendstudie werden drei wesentliche Ziele verfolgt:

  • Erhebung und vergleichende Auswertung von Daten zur Gesundheitskompetenz der 15-Jährigen
  • Validierung des HLS-EU Survey-Instrument zur Erhebung von Gesundheitskompetenz bei 15-Jährigen für eine mögliche spätere Verwendung im Rahmen der österreichischen Health Behaviour in School-aged Children (HBSC)-Studie
  • Ergebnis-Bericht mit Schlussfolgerungen und Empfehlungen

 

Ergebnisse:

Im Vergleich zu den Erwachsenen (mit durchschnittlich 2,8%) konnten die Jugendlichen (mit 4,1%) etwas öfter die Fragen zur Gesundheitskompetenz nicht beantworten. Insgesamt sind die Antwortmuster der Jugendlichen und der Erwachsenen aber sehr ähnlich, nur bei wenigen Einzel-Items gibt es teils sehr deutliche Unterschiede.

Im Bereich der Krankenbehandlung empfanden 68% der Jugendlichen es als schwierig, Informationen über Krankheitssymptome, die sie betreffen, zu finden, gegenüber nur 28% bei den Erwachsenen.

Bei den Fragen im Bereich der Prävention haben Jugendliche, bei sonst sehr ähnlichem Antwortverhalten, häufiger Schwierigkeiten zu beurteilen, welche Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden sollten. Fast 46% der Jugendlichen aber nur knapp 24% der Erwachsenen geben bei dieser Frage Schwierigkeiten an. Auf der anderen Seite fällt es den Jugendlichen viel leichter, präventive Gesundheitsentscheidungen aufgrund von Ratschlägen von Familie und Freunden zu treffen.

Unterschiede zwischen Erwachsenen und Jugendlichen gibt es auch im Bereich der Gesundheitsförderung, wo Jugendliche meist seltener Schwierigkeiten angeben als Erwachsene. Gleich schlecht wie die Erwachsenen schneiden die Jugendlichen ab, wenn es darum geht, relevante Informationen im Bereich der Gesundheitsförderung zu finden. Darüber hinaus haben Jugendliche auch im Bereich der mentalen Gesundheitsförderung unverhältnismäßig häufiger Schwierigkeiten.

Der Abschlussbericht der österreichischen Gesundheitskompetenz Jugendstudie wurde im
Auftrag des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger erstellt.

13.10.2018

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